Erster Weltkrieg

Franz KafkaVor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg.

Zeitzeuge Franz Kafka vermerkte in seinem Tagebuch:

“2. August. Deutschland hat Rußland den Krieg erklärt. – Nachmittag Schwimmschule.”

Vielleicht werden Zeitzeugen überbewertet?

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Gespräch unter Neonazis

Tino Brandt: Auf solche Leute basiert der Verfassungsschutz die Verteidigung von Demokratie und Freiheit (für 800 DM pro Woche).

Fragt der eine Neonazi pikiert: “Sag mal, arbeitest Du etwa für den Verfassungsschutz?”

Nach einer kurzen Pause antwortet der andere Neonazi: “Wieso, Du etwa nicht?”

Beide: “Hahaha!”

= = =

Ich lese gerade Heimatschutz: Der Staat und die Mordserie der NSU von Stefan Aust und Dirk Laabs. Eine ausführliche Besprechung folgt bald, aber bisher bin ich auf fast jeder Seite mit schockierenden Erkenntnissen konfrontiert. Es ist erschreckend, wie eng Rechtsextremisten und staatliche Stellen verbandelt sind. Die Neonazis führen den Verfassungsschutz mit selektiven Informationen an der Nase herum und lassen sich so aus Steuergeldern finanzieren. Der Verfassungsschutz finanziert dabei nicht nur das Leben der Neonazis, sondern auch rechtsextreme CDs, ihre Computer, Mobiltelefone und Autos, Geldstrafen bei Verurteilungen und den Rechtsanwalt für Familie Böhnhardt. Schließlich gibt es auch noch 2000 DM dafür, daß die NSU-Terroristen sich falsche Pässe besorgen können.

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Ist das der schönste Friedhof der Welt?

Mazedonien ist voll von Friedhöfen.

Vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil es in den größeren Orten keine gemeinsame Ruhestätte für die Ahnen gibt, sondern immer mindestens einen christlichen, einen islamischen und einen jüdischen Friedhof. Letzterer weist aber kaum Gräber auf, weil nahezu alle mazedonischen Juden 1943 von den bulgarischen Besatzern ins KZ Treblinka deportiert und dort ermordet wurden.

Dazu kommen deutsche, französische und britische Friedhöfe. Zwar wußte ich, daß der Erste Weltkrieg sich nicht nur auf die mitteleuropäische West- und Ostfront beschränkte (sonst hätte er schließlich die Bezeichnung als Weltkrieg nicht verdient), aber so richtig in mein Bewußtsein drang die geographische Ausbreitung dieses Krieges erst, als ich die 100 Jahre alten und streng national getrennten Totensammelstellen im fernen Mazedonien sah.

Der schönste Friedhof in Mazedonien ist der türkische Friedhof in Bitola, aus der Zeit des Osmanischen Reichs und seit dessen Zusammenbruch nicht mehr gepflegt. Wenn er nicht auf dem Stadtplan verzeichnet gewesen wäre, hätte ich ihn nie entdeckt. Und falls ich ihn zufällig entdeckt hätte, wäre ich achtlos vorbeigelaufen oder hätte allenfalls ein Foto gemacht und unter dem Titel “Kornfeld mit Wolken” veröffentlicht.

Turkish cemetery Bitola panorama clouds

Erst beim zweiten Hinsehen erkannte ich einige Grabsteine zwischen Hafer und Gerste.

Turkish cemetery 2

Je mehr ich mich auf diesem verwilderten Hügel umsah, desto mehr Zeugnisse der Vergangenheit entdeckte ich, leider allesamt in einer von mir nicht entzifferbaren Schrift. Dieser türkische Friedhof wurde aufgegeben bevor Mustafa Kemal Atatürk das lateinische Alphabet durchsetzte. Atatürk selbst war höchstwahrscheinlich ein paar Mal auf diesem Hügel gewesen, denn seine militärische Ausbildung begann 1896 an der Militärschule in Bitola. Vielleicht rauchte er hier heimlich seine ersten Zigarren.

Turkish cemetery 3

Grabstein im Hafer

Diese historische Ansicht aus dem Ersten Weltkrieg zeigt den Blick vom Friedhofshügel auf die Stadt (die auf türkisch und griechisch Monastir heißt). Schon damals war erkennbar wie die Natur anfängt, sich die Kontrolle über den Hügel zurückzuerobern.

Turkish cemetery Bitola historicMitten in einem Land, das in den letzten 100 Jahren etliche Kriege, Bürgerkriege, Revolutionen und Freiheitskämpfe erlebt hat, gibt es einen Ort, an dem die Zeit stillsteht. Die goldenen Getreidehalme wiegen sich im Wind. Die Wolken eilen vorüber und werfen ihre Schatten, so wie es die Geschichte immer wieder getan hat.

(To the English version of this article.)

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Fortschritt kostet Arbeitsplätze

Schon immer war es so, daß dienjenigen, die durch Neuerungen etwas zu verlieren haben, besser organisiert sind und mit übertriebenen Untergangsszenarien auf sich aufmerksam machen können als jene, die von diesen Neuerungen profitieren, aber (noch) nicht organisiert sind und größtenteils noch nicht einmal wissen, daß sie davon profitieren werden.

BerufsmusikerBei aller Kritik am Markt, manche Entscheidungen kann man ruhig diesem amorphen Treiben von Anbietern und Nachfragern überlassen.

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Video-Blog: Robinson Crusoe

Manchmal, wenn ich gerade wieder auf einer Insel gestrandet bin und sie umrunde, um nach Spuren menschlichen Lebens und nach Nahrung zu suchen, komme ich mir vor wie Robinson Crusoe.

Was für ein hartes Los!

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Aber Zigarren sind erlaubt

pipes and cigarettesDieses selektive Rauchverbot entdeckte ich in einer verlassenen Siedlung auf der Insel Caprera vor Sardinien.

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Dunkle Wolken müssen nicht schlecht sein

… zumindest nicht für Fotografen.

Von der Kirche des Heiligen Johannes von Kaneo in Ohrid in Mazedonien habe ich eine ganze Menge Fotos gemacht, aber ich teile hier mal diejenigen, die zeigen, daß das Wetter an jenem Tag nicht perfekt war. Es hatte immer wieder geregnet, und ich brachte ein paar Stunden herumstreunend zu, unterbrochen durch Sprints zurück zur orthodoxen Kirche sobald die Sonne für eine Minute durch die Wolken brach.

dark clouds Sveto Jovan Ohrid 1dark clouds Sveto Jovan Ohrid 2dark clouds Sveto Jovan Ohrid 3Geduld (zum Glück hatte ich Zigarren und ein Buch dabei) und das vorab, noch während es bewölkt war, erfolgte Auskundschaften eines geeigneten Standorts zahlten sich aus.

(Click here for the English version.)

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