Bosača – Lebt hier jemand?

Auf dem Ćurevac hatte mich der Nebel komplett eingehüllt. Es war noch immer bitterkalt. Aus den umliegenden Wäldern Montenegros bellten Hunde, Wölfe und Bären. Die Tage im Oktober sind kurz. Das Tageslicht würde womöglich noch für den Abstieg zur 1.300 Meter tiefer liegenden Tara-Schlucht reichen, aber keinesfalls für den steilen Rückweg.

Also machte ich mich auf den Weg zurück nach Žabljak, quer durch den Wald. Auf der Landkarte war ein Dorf namens Bosača verzeichnet. Vielleicht würde ich dort eine Tasse Tee bekommen und meine Hände aufwärmen können. Nachdem ich den ganzen Tag keine Menschenseele getroffen hatte, wäre es auch schön, ein paar Worte mit einem Bauern, Hirten oder Waldarbeiter zu wechseln.

Um es vorwegzunehmen: Bosača war der falsche Ort für freundliche Gespräche am wärmenden Kachelofen. Kein Laut ging von dem Dorf aus. Ich sah kein Auto, kein Licht, keinen Menschen. Das schaurige war, dass ich nicht einmal Farben sah. Es war alles grau, düster, neblig. Irgendwie tot.

Bosaca1Die Häuser standen teilweise mehrere hundert Meter weit auseinander, mit kargen Weideflächen und Überbleibseln von Holz- und Stacheldrahtzäunen zwischen den Grundstücken.

Bosaca2Da, ein paar Kühe auf einem Hügel! Zumindest etwas Leben.

Kühe1In jedem anderen Bergdorf auf dem Balkan wird man von Hunden umringt, hier höre oder sehe ich keinen einzigen. Kein Vogel singt, zwitschert oder fliegt. Das einzige Geräusch ist der Wind.

Leben hier überhaupt Menschen? Die meisten der Häuser sehen nicht so aus.

old houses

Andererseits gehen noch Stromleitungen zu manchen der Häuser.

StromleitungAuf halbem Weg durch die Ansiedlung sehe ich das erste menschliche Lebenszeichen: Eine Feuerstelle, aus der eine Rauchfahne über den von mir zu beschreitenden Weg zieht.

FeuerIch sehe mich in alle Richtungen nach dem Urheber des Feuers um. Nichts zu sehen. Aber jetzt ist etwas zu hören. Tschop. Stille. Tschop. Stille. Tschop. Jemand hackt Holz, aber er ist hinter einem der Häuser verborgen. Da das Echo in der Stille des Tales hallt, ist es unmöglich, festzustellen, aus welcher Richtung es kommt.

Ein einsamer Mann mit Axt in einem Dorf, das so aussieht, wie wenn nur alle paar Jahre ein Fremder vorbeikommt – der in diesem Fall nicht einmal Serbisch/Montenegrinisch spricht – ist dann doch nicht der menschliche Kontakt, nach dem ich mich jetzt sehne. Mit schnellen und möglichst lautlosen Schritten ziehe ich weiter.

old houses (2)Erst als ich den Wald wieder erreicht habe, wage ich einen Blick zurück. Ich sehe auf die Uhr und merke, dass heute der 31. Oktober ist. Halloween. Dieses Dorf in Montenegro benötigt keine ausgeschnittenen Kürbisfratzen, um einen erschaudern zu lassen.

(Read this article in English.)

Veröffentlicht unter Fotografie, Montenegro, Reisen | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Die Bahai und ihre Regeln

Ob ich die englischsprachige Tour um 12 Uhr mitmachen könne, frage ich den Wärter vor dem eisernen Tor. Die enorme Gartenanlage der Bahai-Religion dominiert das Stadtbild von Haifa.

von unten

Das Wahrzeichen der drittgrößten Stadt des jüdischen Staates ist die Anlage einer anderer Religion, genauso wie das Wahrzeichen Jerusalems der Tempelberg mit den beiden Moscheen ist. In Tel Aviv hat nur der Strand religionsähnliche Bedeutung. Religionsfreiheit ist für die meisten meiner Leser nichts Bemerkenswertes, aber hier im Nahen Osten die absolute Ausnahme. In den Nachbarländern Israels werden Menschen dafür inhaftiert, verfolgt oder ermordet, wenn sie einer anderen als der gerade dominanten Strömung des Islam angehören. Auch deshalb sind die Bahai in Haifa gelandet.

“Das hier ist ein religiöser Ort. Nicht essen, keinen Kaugummi kauen, nicht rauchen” leiert der dunkel uniformierte Wachmann herunter. Er und seine drei Kollegen tragen Schusswaffen im Holster. In meine Tasche guckt er nur kurz, dann scannt er mich. Sicherheitshalber bin ich 40 Minuten zu früh da. “Die Tour beginnt am oberen Ende” erklärt er mir. Wir stehen am unteren Ende der hängenden Gärten. Kein Problem, mir bleiben ja noch 40 Minuten, ich laufe einfach die Treppen durch den Garten nach oben. Aus einem Besuch vor vielen Jahren ist mir in Erinnerung, dass oberes und unteres Ende dieses zugegeben steilen Hanges durch einen übertrieben gepflegten Park verbunden sind.

“Nein, Sie müssen die Straße nehmen und außenrum gehen.” Na super, das dauert dreimal so lange. Die 700 Stufen können anscheinend nur von oben nach unten beschritten werden. Die Bahai tun immer ganz friedlich, weltoffen, versöhnend. In Wirklichkeit sind sie regelversessene Paragraphenreiter. Das hätte man sich bei dem pingelig gepflegten Rasen auch denken können. Eine Religion für Spießer, durchaus eine Marktlücke im ansonsten eher chaotischen Nahen Osten.

Rasen

Ich schnaufe die Serpentinenstraße dem Himmel entgegen. Auf mittlerer Ebene gibt es einen weiteren Eingang. Die gleiche Prozedur. Kann ich von hier aus durch den Park nach oben gehen? Nein, das ist verboten. Zu Fuß werde ich es nicht mehr bis 12 Uhr schaffen. Ein Taxifahrer (nicht ganz zufällig bereitstehend) bietet die Fahrt für 40 Schekel (fast 10 Euro) an. Da komme ich lieber morgen mit dem Bus. Jetzt ist mir die Lust vergangen und ich mache mich stattdessen auf die Suche nach der Höhle des Propheten Elija. Ich werde sie finden, aber das soll einem separaten Bericht vorbehalten bleiben.

Am nächsten Tag gibt es keine Tour weil Mittwoch ist. Das ist in Ordnung. Jede Religion muss mindestens einen arbeitsfreien Tag pro Woche anbieten, sonst kann sie im Wettbewerb gegen andere Gläuben (für die Entwicklung dieses Plurals ist die glaubenspluralistische Zeit gekommen) nicht bestehen.

Am 21. März komme ich wieder nach Haifa. Diesmal ist wegen Nouruz geschlossen, dem Neujahrsfest, das an seinem persischen Datum gefeiert wird. Neujahr zum Frühlingsanfang ist tatsächlich sinnvoller als in der Mitte des Winters, wobei für unsere Freunde auf der Südhalbkugel beide Alternativen keinen Sinn ergeben.

Am Sonntag, den 22. März, ist es dann aber endlich so weit. Ich stehe rechtzeitig auf, erklimme zum dritten oder vierten Mal während meines Besuchs in Haifa den Berghang über der Stadt und finde mich rechtzeitig vor 12 Uhr am oberen Tor ein. Ich werde abgewiesen. Für die geführte Tour gibt es ein extra Tor, ein paar hundert Meter weiter unten. Also wieder zurück. 11:30 Uhr. “Happy Nouruz” wünsche ich der dortigen Wärterin, und zum ersten Mal huscht ein Lächeln über das Gesicht eines Mitglieds der Bahai-Armee. Die Registrierung für die englischsprachige Tour beginne jedoch erst um 11:45 Uhr, sagt sie, ihr blaues Clipboard mit beiden Händen fest vor die Brust haltend. Minutengenaue Vorschriften. Unter Palmen und Pinien in der warmen Sonne, mit dem Blick aufs türkisblaue Mittelmeer, fühle ich mich wie in einem deutschen Finanzamt.

von oben mit Hafen 2

Passend dazu steht auf der anderen Straßenseite ein Obelisk, der an den Besuch von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1898 erinnert.

Wilhem II Haifa

Auf einer Tafel findet sich neben den allgemeinen Ermahnungen, sich anständig zu kleiden, nicht zu rauchen und keine Waffen zu tragen, der Warnhinweis, dass die mehrere hundert Stufen für Besucher mit Knieproblemen zu anstrengend sein können. Wenn die Bahai hier ständig rauf und runter laufen, gibt es unter ihnen wahrscheinlich keine Übergewichtigen. Die weitere Warnung, immer auf seine Schritte zu achten, wird mit einer Portion Eigenlob damit begründet dass “die Schönheit der Gärten leicht ablenken kann”. Ein Straßenhund läuft vorbei, mit einem T-Shirt im Maul. Tiere sind natürlich auch verboten.

Jetzt geht es los. Die Wärterin rattert noch einmal das Regelwerk herunter. “Das hier ist ein heiliger Ort. Kein Essen. Keine Kaugummis. Nicht rauchen. Nur Wasser zum Trinken, alle anderen Getränke sind verboten. Fotografieren erlaubt, aber nur von den Punkten aus, an denen die Gruppe anhält.” Vorschriften wie beim Besuch eines von Mormonen geführten Militärstützpunkts. Vorname und Herkunftsland werden erfragt und registriert. Da nichts überprüft wird, könnte man der Bahai-Statistik eine Freude bereiten, indem man sich als Tongalese oder Bhutaner ausgibt.

Marina, unsere Führerin, ist außer Atem, als sie ankommt. Gerade hat sie noch die Tour auf Hebräisch gegeben. Die Treppen muss sie trotzdem nicht hochlaufen, dafür ist zwischen den Touren keine Zeit. Im Schnelldurchlauf geht es jetzt treppab und durch die Geschichte der Bahai.

Es begann 1844 in Persien. Der “Bab”, wie sich ein Herr Ali-Muhammed ab diesem Tag nannte, behauptete eine göttliche Offenbarung. Die Schiiten und der persische Staat fanden das nicht so lustig, guckten ein paar Jahre zu und verhafteten den Bab 1847, um ihn 1850 zu erschießen. Das war aber nur der Beginn der vom Bab gestifteten Religion, denn er hatte 18 Jünger (50% mehr als Jesus, womit er jedes Fußballspiel gegen die Christen gewonnen hätte).

Unter diesen Jüngern wurde Baha’ullah zum Bekanntesten, was ihm wiederum Gefängnis in Persien einbrachte. Da sein Vater Minister war, wurde er nicht exekutiert sondern exiliert. Stationen des Exils waren Bagdad, Istanbul, Erdine, Alexandria, Port Said und schließlich Akko im heutigen Israel, damals wie alle vorangegangenen Stationen auf dem Exilsweg Teil des Osmanischen Reichs.

Baha’ullahs Schrein in Akko ist der wichtigste Wallfahrtsort der Bahai, in dessen Richtung alle 5 Millionen Bahai jeden Tag einmal beten, wie Marina versichert. Als ich auch ihr “Happy Nouruz” wünsche, stellt sie sofort klar, dass sie selbst gar keine Bahai sondern einfach eine Fremdenführerin ist. Nur 30% der Führer seien Bahai. Wenn man bei 5 Millionen Gläubigen nicht genug Menschen findet, die in einem schönen Park in einer schönen Stadt in einem Land, in dem sie (anders als auch jetzt noch im Iran) nicht wegen ihrer Religion verfolgt werden, Touristengruppen führen wollen, dann sind es vielleicht gar nicht 5 Millionen, denke ich mir. Sind die Bahai das Griechenland der Religionen?

Der Schrein in Haifa, das Marmor- und Granitbauwerk mit der goldenen Kuppel, beherbergt seit 1909 die Überreste des Bab. Die Gärten wurden erst 2001 endgültig fertiggestellt. Der Berg Karmel wurde als Ort auserwählt, weil hier vor 2.900 Jahren der oben bereits erwähnte Prophet Elija gewohnt hatte, als dessen Reinkarnation sich der Bab wähnte. Elija hatte Mitte des 19. Jahrhunderts viel zu tun, denn schon 1836 hatte er sich mit dem Mormomengründer Joseph Smith getroffen, dem allerdings Gott (im wörtlichen Sinn) und die Welt erschienen.

Schrein Bab

Oberhalb und unterhalb des Schreins sind jeweils neun Terrassen angelegt. Das ergibt zusammen 18 Terrassen, wie die Zahl der Jünger. Sehr kreativ. Marina erzählt jetzt, dass das Bahaitum eine monotheistische Religion sei, die alle anderen Propheten akzeptiert und das Erscheinen weiterer Propheten nicht ausschließt. Alle Menschen und insbesondere Männer und Frauen seien gleich, wobei letzteres für die Mitte des 19. Jahrhunderts im Nahen Osten tatsächlich revolutionär war. Oder, wenn ich mich in der Region so umsehe, immer noch ist.

Links und rechts der polierten Treppen plätschert Wasser in einem 10 cm breiten Kanal Stufe für Stufe hinab. Ein Blumenmeer, das jede Landesgartenschau in den Schatten stellt. Wenn man zu verschiedenen Jahreszeiten kommt, erlebt man unterschiedliche Farben. Weil Baha’ullah im Gefängnis kein Licht gehabt habe, sei dieses Element besonders wichtig. 2.200 Lampen erleuchten das Gelände nachts.

night

Das nächste Gebäude, das wir wie alle anderen Gebäude nur von weitem bestaunen dürfen, ist eine Akropolis mit türkisgrünem Dach. Ich kann mir nicht helfen, aber das “Universale Haus der Gerechtigkeit”, das Parlament der Bahai, erinnert mich zumindest aus dieser Perspektive an Legoland.

Weltregierung Bahai

Neun Mitglieder werden alle fünf Jahre gewählt. Es gäbe keine Priester und keine religiösen Führer, und das neunköpfige Gremium solle sicherstellen, dass sich kein einzelner Führer herausbilde, erklärt Marina. Was sie nicht sagt, sondern ich mir später selbst zusammenrecherchieren muss, ist dass alle neun Mitglieder derzeit Männer sind. Das mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau muss man ja nicht übertreiben. Ich lese, dass Frauen von der Wahl ausgeschlossen sind und dass der Grund hierfür irgendwann in der Zukunft offenbart werde. – Und da wundern sich Religionen, dass man sie nicht ernst nehmen kann.

Zwischen den Blumenbeeten geht man auf angenehm knirschenden roten Ziegelbruchstücken.

rote Kacheln

Die Tierfiguren auf dem Treppengeländer – vor allem die Adler fallen mir auf – haben laut unserer Führerin keine religiöse Bedeutung. Also einfach nur Kitsch. Ich glaube, Disneyland wurde zur gleichen Zeit gebaut.

Adler

Marina erzählt jetzt, dass israelische Staatsbürger nicht Bahai werden dürfen. Nicht israelische Gesetze verbieten dies, sondern die Regeln der Religion. Als diese sich damals noch im Osmanischen Reich ansiedelte, wollten die Bahai-Chefs dem Land, das ihnen Schutz bot, zusichern, den religiösen Status Quo nicht zu stören. Also schlossen sie die Möglichkeit der örtlichen Bevölkerung, dem Bahai-Glauben beizutreten, aus. Die aktuellen Regeln der Bahai besagen, dass Anfragen von israelischen Besuchern zwar zu beantworten seien, aber dass dies so geschehen müsse, “dass kein weitergehendes Interesse geweckt wird”.

Auch die englischsprachige Führung scheint nach dieser Richtlinie abzulaufen. Schnell und lustlos werden Daten, Namen und Fakten heruntergerattert. Beim “Any questions?” am Ende eines jeden Vortragsblocks schwingt das “DON’T!” drohend mit. Mittlerweile haben wir den Schrein erreicht, aber der ist nur von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Es ist also unmöglich, ihn im Rahmen der Führung zu besichtigen. Sehr logisch. Dann sehe ich mir eben die Toiletten an. Sie sind zum Glück nicht aus Persien.

Das Ganze ist zugegeben ein sehr schöner Park. Eine Säkularisation täte ihm gut.

Garten(To the English version of this article.)

Veröffentlicht unter Fotografie, Iran, Israel, Reisen, Religion | Verschlagwortet mit , | Ein Kommentar

Kabelsalat

In Prilep, Mazedonien:

KabelsalatIn Rumänien (Foto von Dominik Lenz):

Kabelsalat

Veröffentlicht unter Reisen, Fotografie, Technik, Mazedonien, Rumänien | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Erster Trailer zu James-Bond-Film “Spectre”

Wir müssen noch bis November 2015 warten, bis der neue James-Bond-Film Spectre in die Kinos kommt, aber hier ein erster Vorgeschmack:

Ich bin nicht begeistert darüber, dass die Handlung von Skyfall weitergesponnen wird und wieder Charaktere aus Casino Royale und Quantum of Solace auftauchen. Die älteren James-Bond-Filme hatten ebenfalls kleine Anspielungen auf andere Filme, aber sie waren auch für Neulinge absolut verständlich. Wenn die Handlung immer mehr auf den vorangegangenen Filmen aufbaut und die Filme mit Bezugnahmen auf ihre Vorgänger überfrachtet werden, befürchte ich, dass diese für Zuschauer, die nicht gerade die größten James-Bond-Fans sind, wenig interessant sein wird. Man kann schließlich nicht erwarten, dass sich jeder die drei letzten Filme ansieht, bevor er zu Spectre ins Kino geht. Und wieso versucht Mr White meinen Landstreicher-Look nachzuahmen?

Freuen tue ich mich auf Christoph Waltz, von dem ich seit Inglourious Basterds (2009) gehofft hatte, dass er mal den Bösewicht in einem James-Bond-Film spielen würde.

Die Fragen zu James Bonds Vergangenheit und das im Trailer gezeigte Formular zur Errichtung einer Vormundschaft lassen mich erschaudern. Die Filme hatten immer davon profitiert, dass James Bond  der Kerl ohne interessante Vergangenheit war. Ich will nichts mehr hören über seine Eltern, seine Geschwister und ob er als Kind einen Hund oder eine Katze hatte. Ich will aktuelle Handlungen mit überraschenden Wendungen. Wenn sich herausstellen wird, dass James Bond in irgendeiner auf seine Kindheitstage zurückgehenden Verbindung zum Bösewicht steht, werde ich im Kino laut gähnen.

Wahrscheinlich bin ich aber sowieso auf Gran Canaria, wenn der Film herauskommt, und werde auf mein Schiff nach Brasilien warten. Ich werde mir Spectre also auf Spanisch ansehen müssen und nur wenig verstehen, genauso wie Quantum of Solace, den ich 2008 in Mexiko sah.

(Click here for the trailer and my comments in English.)

Veröffentlicht unter Kino | Verschlagwortet mit , | 12 Kommentare

Mein Kampf

Während in Deutschland noch diskutiert wird, ob nach Auslaufen des Urheberrechtsschutzes für Hitlers Buch “Mein Kampf” eine von Historikern kommentierte Ausgabe erscheinen soll (ich bin dafür, denn wozu betreiben wir historische Forschung, wenn deren Ergebnisse nicht veröffentlicht werden), wird es in Rumänien schon als Theaterstück gezeigt. So dachte ich, nicht ohne ein gewisses Entsetzen, als ich dieses Plakat vor dem Nationaltheater in Cluj-Napoca (Klausenburg) sah:

Mein Kampf Plakat

Mein Kampf TheaterZuhause flugs durchgeführte Recherchen ergaben dann, dass meine lückenhafte Bildung das einzige ist, das zum Entsetzen Anlass gibt. “Mein Kampf” ist eine Anti-Nazi-Groteske über den jungen Adolf Hitler des ungarischen Regisseurs George Tabori.

(Read this article in English.)

Veröffentlicht unter Bücher, Geschichte, Reisen, Rumänien, Urheberrecht | Verschlagwortet mit , , , | Ein Kommentar

Kaum ist man mal zwei Wochen weg…

Nach Hause zurückgekehrt von einer zweiwöchigen Reise trete ich auf den Balkon, um meine viel zu lange ununterbrochen getragenen Turnschuhe auszulüften. Da sehe ich, dass sich während meiner Abwesenheit jemand eingenistet hat. Eingenistet im wörtlichen Sinn:

Nest1Von all den Balkonen in der schmucken Plattenbausiedlung war meiner anscheinend der inaktivste, so dass das Vogelpaar ihn zu seinem Nistplatz auserkor.

Leider flattert die Taube jedes Mal erschrocken auf, wenn ich auf den Balkon trete. Da ich das Ausbrüten nicht stören will, bin ich jetzt immer ganz vorsichtig. So langsam gewöhnen sich die Vögel schon an mich. – Weiß jemand, wie lange so ein Ausbrüten dauert? Ich hoffe doch nicht, dass mein Balkon den ganzen Sommer über zum Vogelschutzgebiet erklärt werden muss.

Nest2

Meine Turnschuhe stelle ich übrigens nicht mehr auf den Balkon. Ich will nicht, dass das Vogelbaby mit Deformationen zur Welt kommt.

Bei Interesse werde ich Euch über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

(Read this in English.)

Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen | Verschlagwortet mit | Ein Kommentar

Fotografieren im rumänischen Winter

Auf dem Bâlea-See in Rumänien, auf mehr als 2.000 Metern Höhe. Im Dezember. Es ist schon so lange kalt, dass der See komplett zugefroren ist. Wir spazieren auf dem Eis. Es hat schon so lange geschneit, dass das Eis bedeckt ist und man keinen Unterschied zwischen dem See und dem Land erkennen kann. Der Nebel ist so dicht, dass wir kaum die Menschen neben uns sehen. Eisiger Wind bringt noch mehr Schnee.

Winterfoto1

Wenn man für den Fotografen ein paar Sekunden stehenbleibt, wird man binnen einer Minute zu einem Schneemann. Oder man erfriert aufgrund des beissenden Windes.

Winterfoto2

Wenn der Fotograf für eine Weitwinkelaufnahme ein paar Schritte zurück macht, hat man ihn schon fast aus den Augen verloren. Noch ein paar Schritte weiter, und ich wäre in der weißen Eiswüste herumgeirrt.

Winterfoto3Mir gefiel das sehr gut. Die Kräfte der Natur hatten eine erfrischende, energiespendende Wirkung. Leider konnten wir nicht lange auf dem See bleiben, weil eine Sturmwarnung ausgegeben wurde (dieses Wetter war das ganz normale Wetter) und wir die letzte Seilbahn ins Tal erwischen mussten.

(Danke an meinen Bruder für’s Fotografieren, was dort oben nochmal ein Stück härter ist, weil man dabei die Hände aus den wärmenden Taschen nehmen muss. – To the English version.)

Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien | Verschlagwortet mit , | Ein Kommentar